Neue Herausforderung im Winter

Schlittenfahren mit Hunden in Haliburton Forest

Schlittenfahren mit Hunden in Haliburton Forest


Mit Schlittenhunden durch die Winterlandschaft fahren – das ist mein Traum seit ich sechs Jahre alt bin. Direkt am ersten Tag des neuen Jahres ging er für mich in Erfüllung! Es war 8.30 Uhr morgens und wir standen in Haliburton Forest , Kanada zwischen bellenden Huskies im Halbdunkel. Der Schnee fiel weiter.
Unser Guide Matt erklärte uns den Schlitten: Wir durften beide hintereinander auf einem Schlitten stehen , so konnten wir beide aktiv diese Fahrt mitgestalten. Das war unser Wunsch, denn keiner von uns wollte von einen passiven, sitzenden Part übernehmen.
Jeder Schlittenfahrer steht gut breitbeinig auf Holzkufen, jede ist höchsten 10 cm breit. Vor jedem Fahrer ist eine Querstange, an der wir uns festhalten. Das wir die unter keinen Umständen während der Fahrt loslassen sollten, wurde uns dringlichst eingeschärft.
Zwischen den beiden Kufen rechts und linst, ist ein Querbügel, die Bremse. Diese wird mit einem Fuß betätigt, damit der Schlitten beim bergrunterfahren nicht zu schnell wird und den Hunden in die Hinterbeine fährt. Neben der Sicherheit des Menschen ist die Sicherheit der Hunde das wichtigste.
Die Hunde waren sehr aufgeregt, bellten, jaulten und freuten sich, dass wieder Schnee lag und es nun rausging. Die Energie dieser Hunde, die sich bei minus 30 Grad Celsius ihre Wohlfühltemperatur haben, ist unglaublich und hat mich immens beeindruckt.
Alle sechs Hunde zogen immer wieder an den noch festgebundenen Schlitten. Jedes Mal ging ein Ruck durch.
Dann standen wir auf den Schlitten, Bremse maximal nach unten getreten und unser Schlitten wurde losgebunden – WUMS! Mit einem Schlag ging es los, so schnell konnte ich gefühlt gar nicht sehen, geschweige denn reagieren, außer ganz wichtig da es direkt leicht bergab ging, mit einem Fuß auf der Bremse stehen. Nun fuhren wir durch den Wald und hier schlängelt sich der Weg kurvig zwischen den Bäumen, mal nach oben und nach unten. Geradeaus und auf einer Ebene wäre ja auch zu einfach! Also, hieß es Bremse gefühlt und dosiert betätigen, wenn es bergab geht. Auf einem Bein auf der einen Schlittenkufe stehend und jetzt sollte ich auch noch lenken. Gelenkt wird mit dem Verschieben des Beckens.
Toll, dachte ich, dank meines Pilates-Trainings bin ich schon mal beweglich in der Hüfte.
Hüfte also in der nächsten Kurve nach rechts, aber ich stand auf dem linken Bein, denn das rechte drückte die Bremse zur Hälfte runter. Somit hatte und konnte ich kein Gewicht auf das rechte Bein legen. Wie bekomme ich aber mein Becken nach rechts?! Matt vor mir fuhr doch auch und konnte das… Nach dem ersten Sortieren und eingewöhnen, die Namen der Hunde kennen, die Befehle erlenen kam mir dann nach dem ersten Kilometer der Gedanke: Aktiviere doch Deine Pilates-Muskeln! Für was trainierst Du denn!?!
Und siehe da, mit lächelnden Bauchmuskeln, kann der rechte Fuß ohne Gewicht zu tragen das Becken nach rechts schieben. Mit diesen Muskeln wurde jede Kurve ein Erfolg! Das Lächeln im Gesicht auch immer grösser.
Schön, dass wir auch als Trainer immer noch neue Herausforderungen finden und nun weiß ich warum ich das ganze Jahr hindurch Pilates trainiere: Damit ich nächsten Winter wieder ein Wintermärchen genießen kann.

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