Atmen im Pilates

In dieser Übung muss das Einatmen in die seitlichen Rippen klappen!

In dieser Übung muss das Einatmen in die seitlichen Rippen klappen!

Als Trainer haben wir zu den Pilates-Übungen die entsprechende Atmung gelernt. Häufig leiten wir die Übungen auch mit dem Einatmen und dem Ausatmen an und zu trainieren.

Gerade am Anfang ist für Trainierende schwierig beides, die Übung und den Atemfluss, zu harmonisieren.  Die Bewegungen sind neu, erfordern Konzentration und das Atmen ebenso. Anfänger haben das Gefühl, sie müssten sich entscheiden, zwischen der Bewegung und dem Atmen.  Die Zweifel manifestieren sich zumeist in der aufkommenden Frage, wie atme ich jetzt oder auch mit dem Seufzer, ich komme ganz durcheinander.

Ich versuche mich dann in einen Trainierende hinein zu versetzten: Die Pilates-Bewegungen sind zu Beginn kleine Bewegungen, was für manche schon ungewohnt oder sogar eine gewisse Enttäuschung und Umgewöhnung darstellt. Pilates ist aber auch Sport und Sport ist für uns erst mal verbunden mit Bewegung.

Ich wäre wohl enttäuscht, wenn ich mich in einer Pilatesstunde nicht bewegen könnte, deshalb stelle ich für meine Teilnehmer die Bewegung zu Anfang auch ganz bewusst in den Vordergrund. Schließlich soll Pilates ja auch Spaß machen!

Die Anfänger-Übungen sind kleine Bewegungen. Natürlich wäre es toll, wenn der Atemfluss harmonieren würde. Aber mal ganz ehrlich, lieber umgekehrt Atmen als gar nicht. Außerdem kennen wir doch alle, wir sind mal selbst bei einer Kollegin oder einem Kollegen und hier wird plötzlich andersrum geatmet bei unserer eignen Lieblingsübung.

Heute nachdem ich die Atemtherapie kennenlernen durfte, bin ich überzeugt, das es  immer einen Grund für das Einatmen an einer Stelle gibt und an der gleichen Stelle auch für das Ausatmen.

Betrachten wir den Twist im Sitzen etwas genauer und beginnen mit dem Einatmen:

Atme ein, drehe zur Seite und Atme aus komme zurück

Das Einatmen mit der Ausweitung des Zwerchfells und WS-Verlängerung erleichtert die Rotationsmöglichkeit. Es ist aber schwieriger die Muskeln zu aktivieren mit der Einatmung.

Kehren wir es um:

Atme aus  drehe zur Seite, atme ein und komme zurück.

Fast eine klassische Abfolge nach der Ansicht die Anstrengung bei der Ausatmung. Das Aktivieren der Muskeln fällt leichter, besonders gut für Anfänger und Menschen mit schwächeren Rumpfmuskeln. Allerdings verschenken wir die Möglichkeit der Wirbelsäulenverlängerung.

Aber es gibt vielleicht noch eine 3. Möglichkeit:

Atme aus drehe zur Seite. Bleibe hier und atme ein. Atme aus drehe zur Mitte zurück.

Die Ausführung des Drehens erfolgt unterstützt mit aktivierten Muskeln, maximale Ausnutzung der Zwerchfellvergrößerung und der Wirbelsäulenverlängerung in der gedrehten Position.

Für mich gibt es heute viele Variationen des Atmens und immer mehr als eine Atemmöglichkeit bei den meisten Übungen. Schließlich kommt es auch darauf an, was der Trainierende erreichen will.

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