Bilder können bei Rückenproblemen helfen

Die Lendenwirbelsäule darf in der Hängematte hängen

Die Lendenwirbelsäule darf in der Hängematte hängen

Bilder, verbales und taktiles Anleiten:

In vielen üblichen Fitness-Kursen steht vorne, gut sichtbar für alle die Trainerin oder der Trainer.  Häufig sehen die Teilnehmer auch den Rücken, so dass alles mit der gleichen Seite passiert. Abschauen ist die Devise, die Bewegung nachmachen. Aber wie viele der Nach-Sportler spüren dabei ihre Muskeln, die relevanten Gelenke, die richtige Spannung oder Dehnung.

Im Pilates ist die Welt nicht ganz anders, denn wir bewegen uns schliesslich auch. Trotzdem versuchen wir Bewegung und Körper bewusster zu machen.

So leiten wir Trainer sehr viel verbal an, wir sprechen mit unseren Teilnehmern, fordern zuweilen auch schon mal Antworten ein. Manchmal reicht es, wenn Sie sich die Antworten im Stillen für sich selbst geben, das andere Mal gerne laut.

Im modernen Pilates-Training setzten wir häufig Bilder in unseren Anleitungen ein. Dadurch transportieren wir mit der Bewegung ein Gefühl und Verstehen, Erinnerungen. Bewegungen werden hierdurch effektiver und das alles während Sie konzentriert den Anleitungen folgen. So darf im Bridging unsere Lendenwirbelsäule durchaus mal einen Durchhänget in der Hängematte haben. Ein geistiges Abschweifen ist somit fast unmöglich um die korrekte Ausführung dieser Übung und den Anschluss an die nächste nicht zu verpassen.

Pilates-Trainer liegen selten mit auf der Matte und trainieren sich selbst. Besonders mit Anfängern leiten wir verbal an und sehen genau hin. Entdecken wir ungenaue Übungsausführungen, versuchen wir auch hier erst verbal zu korrigieren – so fördern wir in höherem Maße Ihr Körperbewusstsein. Natürlich helfen wir auch mit taktilen Anleitungen weiter. Taktile Anleitungen bedeutet, wir unterstützen Sie mit unseren Händen in die richtige Position, helfen die richtigen Muskeln zu aktivieren.

Das sind sehr gezielte Anleitungen, ebenso wie die mündlichen. Denn es ist durchaus ein Unterschied, ob ich meine Arme nach oben heben muss oder fast von alleine hochschweben. Probieren Sie es ruhig mal aus und stellen Sie sich es mit geschlossenen Augen bildlich mal vor. Und wo ist dabei Ihr Schulterblatt hingegangen? Hoffentlich hat es sich etwas über die Rippen abwärts bewegt.

Wenn Sie es gemerkt haben, toll, dann haben Sie eine gute Propriozeption. Haben Sie es nicht gemerkt, können Sie es entdecken.

Dr. Robert Schleip sieht  den „Mangel an Propriozeption mitverantwortlich für Chronifizierung von Rückenschmerzen“. (in Feldenkrais Forum, 2. Quartal 2008, S. 8 ff.)

Übrigens, sind Rücken-, Haltungsbeschwerden und Nackenverspannunge die Hauptgründe für die Pilates-Trainierenden. Mit der Zeit trainieren sich alle eine natürlichere, bessere Haltung an.

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